Das Projekt „Kunst hält Wache“

75 Jahre Frieden im eigenen Land

75 Jahre Frieden - im eigenen Land: ein Grund, innezuhalten und nachzudenken und Anlass für ein Kunst- und Kulturprojekt der besonderen Art, das im Mai 2020 stattfinden wird. Ein breites, generationenübergreifendes Publikum soll dabei die Möglichkeit haben, sich mit dem Thema Krieg und Frieden auseinanderzusetzen. Und dies an einem besonderen Ort in unserer Stadt, der durch seine Geschichte, aber auch seine Anlage mit vielen verschiedenen Räumen für ein solches Projekt geradezu prädestiniert ist.

 

 

Die „Alte Wache“ ist die ehemalige Eingangspforte des einstigen Fabrikgeländes im Frauenwald. Eine Anlage vorgesehen zur großtechnischen Produktion von Nitrozellulose, einem explosions- und brandgefährdeten Stoff, der dann in der DAG bei Kaufbeuren zur Geschützmunition weiterverarbeitet werden sollte. Das Werk ging nie in Betrieb und so hatte sich bis 1998 in militärisch bedingter Abgeschiedenheit der komplette Gebäudebestand eines im NS-Deutschland gebauten Rüstungsbetriebes erhalten. Zwischen 1938 und 1945 waren im Deutschen Reich mehrere Dutzend vergleichbarer Fabriken errichtet worden, die nach dem Kriegsende zum größten Teil zerstört wurden. Die Landsberger Anlage steht somit als einzige materiell erhaltene Anlage exemplarisch für eine Vielzahl von Fabriken, die im ganzen Deutschen Reich verteilt standen. Sie ist ein in ihrer Art einmaliges Zeugnis für den hohen Stellenwert der Rüstung im NS-Staat und für die hochprofessionelle und perfektionistische Ausführung militärischer Anlagen dieser Zeit.

 

Die „Alte Wache“, ist noch im Originalzustand erhalten, dient als Veranstaltungsort für „75 Jahre Frieden im eigenen Land“ und wird exemplarisch für die anderen noch erhaltenen Rüstungsbauten selbst zum Kunstobjekt.

 

Vor 75 Jahren lag Europa und damit auch Deutschland in Trümmern, heute sind Frieden, Freiheit und Wohlstand in unserem Land scheinbar etwas ganz Selbstverständliches geworden. Und dennoch wirft das Thema Frieden viele Fragen auf. Eine friedvolle Welt gab es die letzten 75 Jahre nicht für alle Menschen. Wie gefährdet ist der Friede in unserem Land? Wie gehen wir mit unserer Geschichte nach 75 Jahren um, was wird wie zukünftig erinnert?

 

Mit dem Projekt wird eine künstlerische Auseinandersetzung der verschiedenen Generationen zum Thema Frieden in unserem Land mit vielfältigen Antworten wünscht.

Aktionszeitraum 30. April bis 10. Mai 2020

Donnerstag bis Sonntag von 10 – 22 Uhr

Für Schulklassen auch nach Anmeldung außerhalb der Öffnungszeiten.

Jugendprojekte

Ein breites, generationenübergreifendes Publikum soll bei dem Projekt die Möglichkeit haben, sich mit dem Thema Krieg und Frieden auseinanderzusetzen.

Künstler*innen

Künstler, die sich zumeist schon in der Vergangenheit intensiv mit dem Thema Krieg und Frieden beschäftigt haben nehmen an diesem Projekt teil.

Galerie

Eindrücke zum laufenden Projekt, Personen, Werke und der Alten Wache.

 

 


Das Projekt

Geplant ist eine große Ausstellung regionaler und überregionaler Künstler, die sich in ihren Arbeiten in den unterschiedlichsten Formen der bildenden Kunst mit dem Thema auseinandersetzen:

 

Objektkunst, Malerei, Video, Installation und Aktionskunst. Eingeladen wurden bislang ca. 25 Künstler. Die sich zumeist schon in der Vergangenheit intensiv mit dem Thema Krieg und Frieden beschäftigt haben, wie beispielsweise Bernd Zimmer (Pollinger Totentanz), Arbeiten des 2006 verstorbenen Otto Dressler (Verfremder) sowie die Künstlerin Nana Dix (Enkelin von Otto Dix).

 

Parallel dazu wird das Thema literarisch, musikalisch, redaktionell und performativ bearbeitet und in besonderen Veranstaltungsformaten zugänglich gemacht. Schüler und Jugendliche haben die Möglichkeit, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und dieses künstlerisch zu verarbeiten, beispielsweise durch die Beteiligung an der stadtübergreifenden Kunstinstallation „Friedensfahnen“.

 

Ein Teil der Ausstellungsfläche in der „Alten Wache“ wird für Jugendliche und junge Erwachsene bereitgestellt, diese könne ab jetzt Ideen, Wünsche und Vorstellungen zu einer künstlerischen Auseinandersetzung zum Thema einreichen. Je nach Vorhaben können auch professionelle Künstler die einzelnen Ideen unterstützend begleiten.

 

Das Projekt wird vom Verein Kunst und Gesellschaft (e.V.) zusammen mit dem Kulturbüro der Stadt Landsberg am Lech geplant und umgesetzt.


 

Künstlerischer Leiter ist der Issinger Künstler Franz Hartmann, der auch mit eigenen Arbeiten bei der Ausstellung vertreten sein wird.

Grußwort des Schirmherrn

„75 Jahre Frieden im eigenen Land“ – den Titel des Kunstprojekts muss man sich ganz bewusst machen. Vor 75 Jahren lag Europa und damit auch Deutschland in Trümmern, heute sind Frieden, Freiheit und Wohlstand für uns etwas ganz Selbstverständliches geworden. Und genau da setzt das Projekt „Kunst hält Wache“ an: es möchte anlässlich des Kriegsendes vor 75 Jahren einem breiten Publikum, jung und alt, die Möglichkeit geben, sich mit dem Thema Krieg und Frieden durch die Kunst auseinandersetzen zu können. Auch der Ort, die Alte Wache, ist ganz bewusst gewählt.

 

Die Gebäude im Frauenwald, geplant als Nitrozellulosefabrik in den Jahren 1937 bis 1940, haben die letzen 75 Jahre nahezu unverändert überdauert, leer, ohne Funktion. Im Rahmen dieses Projekt bieten sie Ausstellungsfläche für regionale und überregionale Künstler und Landsberger Jugendliche, die sich gemeinsam dem großen Thema widmen: „Frieden“.

 

Mathias Neuner

Oberbürgermeister

Ansprechpartner für das Projekt


Stadt Landsberg am Lech | Katharinenstraße 1 | 86899 Landsberg am Lech | www.landsberg.de

Dieses Projekt wird gefördert von